Was sich geändert hat
Dieser Bericht basiert auf einer Recherche von BBC News. Produkte, die als Retatrutid verkauft werden (ein Medikament von Eli Lilly, das sich noch in Phase-III-Tests befindet und nirgendwo für die Anwendung am Menschen zugelassen ist), werden im Vereinigten Königreich breit über Fitnessstudios, Kosmetikbetriebe, soziale Medien und Straßenverkäufer angeboten.
Die britische Arzneimittelaufsicht fand bei einer Razzia in einer illegalen Drogenfabrik in Northampton im vergangenen Jahr mehr als 2.000 nicht zugelassene Pens. Die BBC berichtet von Krankenhausvorstellungen wegen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und in einigen Fällen Nierenversagen; ein 20-Jähriger sagte, er habe nach einer überhöhten Dosis eines bei einem chinesischen Lieferanten gekauften Produkts beinahe im Krankenhaus behandelt werden müssen.
Warum das wichtig ist
Unsere Einschätzung: Die hilfreiche Gewohnheit für das eigene Wohlbefinden ist hier erfreulich unspektakulär: Eine nicht zugelassene Injektion, die außerhalb eines ordnungsgemäßen klinischen Umfelds verkauft wird, sollte ein klares Ausschlusskriterium sein: ganz gleich, wie überzeugend Etikett, Vorher-nachher-Foto oder Empfehlung aus dem Fitnessstudio wirken.
Hier geht es nicht um Willenskraft oder darum, ob der Wunsch abzunehmen berechtigt ist. Es geht um den Unterschied zwischen einem Medikament, das untersucht wird, und einem unbekannten Fläschchen, das seinen Namen trägt. Dem Bericht zufolge kann niemand wissen, ob diese Produkte Retatrutid, eine gleichbleibende Dosis oder überhaupt von einem Pen zum nächsten denselben Wirkstoff enthalten. Dadurch wird aus dem „Ausprobieren von etwas“ ein Blindversuch am eigenen Körper.
Ein Medikamentenname kann sich schneller verbreiten als die Tests, die seine Sicherheit belegen sollen. Genau deshalb ist ruhige, nüchterne Vorsicht hier die richtige Haltung. Bei allgemeinen Entscheidungen zum Wohlbefinden sollten Sie mit einem Arzt sprechen, statt einen informellen Verkäufer als Zugang zur Gesundheitsversorgung zu betrachten.
Folgenabschätzung
- Menschen, die illegale Produkte injizieren, sind am unmittelbarsten gefährdet: Inhalt und Dosierung können unbekannt sein, während das echte Medikament weiterhin auf seine Sicherheit getestet wird.
- Die britische Arzneimittelaufsicht steht vor einer Herausforderung bei der Durchsetzung, wie die Beschlagnahmung von mehr als 2.000 nicht zugelassenen Pens zeigt.
- Auch Eli Lilly ist betroffen: Produkte, die den Namen seines Prüfpräparats verwenden, können den Unterschied zwischen einer gesponserten klinischen Studie und einem nicht überprüften Fälschungsprodukt verwischen.
Worauf als Nächstes zu achten ist
Achten Sie auf weitere Warnungen, Beschlagnahmungen oder Durchsetzungsmaßnahmen der britischen Aufsichtsbehörde, die sich speziell auf als Retatrutid vermarktete Produkte beziehen.
Achten Sie außerdem auf Ergebnisse der Phase-III-Studien oder eine regulatorische Entscheidung von Eli Lilly oder einer Arzneimittelaufsicht. Diese Entwicklungen könnten klären, ob echtes Retatrutid sicher, wirksam oder zugelassen ist, sie würden jedoch die bereits unter diesem Namen verkauften illegalen Produkte nicht legitimieren.
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